ANPR Tankstelle: Shop-Parkplatz und Zapfsäulen freihalten
Der Betrieb einer modernen Tankstelle hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Neben dem reinen Verkauf von Kraftstoffen generieren Betreiber erhebliche Teile ihres Gesamtumsatzes über den angeschlossenen Convenience-Shop, das Bistro oder zusätzliche Dienstleistungen wie die Autowäsche. Umso geschäftsschädigender ist es, wenn strategische Stellflächen blockiert sind und zahlende Kundschaft frustriert weiterfahren muss. Eine innovative Lösung für diese wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen bietet das moderne Konzept der ANPR Tankstelle. Mit einer automatischen Kennzeichenerkennung (Automatic Number Plate Recognition, kurz ANPR) lassen sich Blockaden durch Falschparker auf dem gesamten Gelände vollautomatisch steuern. Das System sichert die dauerhafte Verfügbarkeit von Zapfsäulen, Ladezonen und Kundenparkplätzen, ohne den Betriebsablauf durch Schranken zu behindern.
Die Herausforderung: Wenn der Tankstellen-Parkplatz Fremdparker anzieht
Tankstellen befinden sich strategisch fast immer an hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkten, nahe Autobahnausfahrten, vielbefahrenen Einfallstraßen oder in dicht besiedelten Wohngebieten. Was für den regulären Kundenstrom ein großer Vorteil ist, entwickelt sich für den Betreiber ohne klare Parkraumsteuerung oft zu einem erheblichen logistischen Problem. Sobald in der direkten Umgebung die öffentlichen Parkflächen knapp oder kostenpflichtig werden, gerät das private Tankstellengelände schnell in den Fokus unbefugter Autofahrer. Wenn der Tankstellen-Parkplatz Fremdparker anzieht, blockieren diese Fahrzeuge wertvollen Raum, der exklusiv für zahlende Kunden reserviert sein sollte.
Zu den typischen Verursachern gehören Pendler, die Fahrgemeinschaften bilden, Kunden benachbarter Geschäfte ohne eigene Stellplätze sowie Anwohner, die ihr Fahrzeug über Nacht oder am Wochenende abstellen. Da herkömmliche Kontrollmethoden wie manuelle Kontrollgänge durch das Tankstellenpersonal zeitaufwendig, ineffizient und oft konfliktträchtig sind, bleibt das Problem ohne technische Unterstützung meist ungelöst. Das Personal ist primär mit dem Tagesgeschäft und der Kassenabwicklung beschäftigt und kann die Einhaltung der Parkzeiten nicht kontinuierlich überwachen.
Das Problem verschärft sich besonders in den Abendstunden sowie an Sonntagen, wenn benachbarte Geschäfte geschlossen haben, die Tankstelle jedoch geöffnet bleibt. Fremdparker missbrauchen die Freiflächen dann als kostenlose Dauerparkplätze. Für den Betreiber bedeutet dies ein direktes wirtschaftliches Risiko: Potenzielle Kunden, die lediglich schnell einkaufen oder tanken möchten, fahren weiter, wenn alle Parkplätze belegt sind. Eine automatisierte, digitale Lösung ist daher unverzichtbar, um die Attraktivität des Standorts dauerhaft zu sichern.
Wie die ANPR Tankstelle blockierte Zapfsäulen verhindert
Ein besonders kritisches Problem für jeden Betreiber ist die Blockade des unmittelbaren Tankbereichs. Es kommt im Alltag häufig vor, dass eine Zapfsäule zugeparkt wird, weil Autofahrer ihr Fahrzeug dort abstellen, um im Shop einen Kaffee zu trinken, das Bistro zu nutzen oder sogar das Gelände zu verlassen. Während ein kurzes Abstellen für den Bezahlvorgang und den schnellen Einkauf absolut legitim ist, führt eine dauerhafte Blockade zu massiven Engpässen. Nachfolgende Kunden können nicht tanken, was zu langen Warteschlangen und letztlich zu Umsatzeinbußen führt.
Genau hier setzt das Konzept der modernen ANPR Tankstelle an. Anstelle von Schranken, die den Verkehrsfluss behindern und anfällig für Beschädigungen sind, basiert dieses System auf einer berührungslosen, kamerabasierten Erfassung. Bei der Einfahrt auf das Tankstellengelände erfasst eine hochauflösende Kamera das Kennzeichen des Fahrzeugs vollständig datenschutzkonform. Ein intelligenter Software-Abgleich registriert die genaue Ankunftszeit. Bei der Ausfahrt wird das Kennzeichen erneut gescannt.
Durch die präzise Berechnung der Aufenthaltsdauer kann das System exakt differenzieren, ob es sich um einen regulären Tankvorgang oder um eine unzulässige Dauerblockade handelt. Für die Zapfsäulenbereiche können in der Software separate, kürzere Toleranzzeiten hinterlegt werden als für die regulären Parkflächen. Überschreitet ein Fahrzeug diese definierte Zeitspanne ohne entsprechende Berechtigung, wird der Vorgang im System erfasst. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Zapfsäulen ausschließlich für den eigentlichen Tankvorgang genutzt werden. Die Umschlagshäufigkeit an den Säulen steigt spürbar, was die Effizienz der gesamten Station erhöht.
Technische Integration an den Zapfsäulen
Die technische Umsetzung an den Zapfsäulen erfordert eine präzise Ausrichtung der Kameras. Anders als bei einfachen Parkplatz-Systemen müssen die Kameras an Tankstellen so positioniert sein, dass sie die Kennzeichen der Fahrzeuge auch dann zuverlässig erfassen, wenn diese durch andere Zapfsäulen oder Tankstellendächer verdeckt sein könnten. Moderne Infrarottechnologie sorgt dafür, dass die Erfassung bei allen Lichtverhältnissen – ob bei strahlendem Sonnenschein, starkem Regen oder absoluter Dunkelheit in der Nacht – mit einer extrem hohen Zuverlässigkeit arbeitet. Die erfassten Textdaten werden in Echtzeit an ein zentrales, cloudbasiertes Dashboard übermittelt, auf das der Betreiber jederzeit Zugriff hat. So behält das Management stets den Überblick über die aktuelle Auslastung und kann Verstoßmuster sofort erkennen.
Shop-Parkplatz und Convenience: Parkplatz-Kontrolle im Fokus
Der Convenience-Shop ist für moderne Tankstellen längst zu einer unverzichtbaren Erlösquelle geworden. Viele Kunden steuern die Station gezielt an, um Lebensmittel, Tabakwaren, Getränke oder Snacks zu erwerben. Für diesen schnellen Einkauf stehen in der Regel speziell gekennzeichnete Parkplätze direkt vor dem Shopgebäude zur Verfügung. Doch gerade dieser Tankstellen Shop Parkplatz ist ein beliebtes Ziel für Falschparker, die das Auto abstellen, um umliegende Geschäfte aufzusuchen oder Besorgungen zu erledigen.
Wenn diese wenigen, strategisch wichtigen Parkflächen blockiert sind, fahren potenzielle Convenience-Kunden einfach weiter zur nächsten Einkaufsmöglichkeit. Eine konsequente und zugleich kundenfreundliche Convenience Parkplatz Kontrolle ist daher entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Mit einem ANPR-System lässt sich dieser Bereich optimal verwalten. Für die Stellflächen vor dem Shop wird in der Regel eine Höchstparkdauer von beispielsweise 20 bis 30 Minuten definiert. Diese Zeitspanne reicht für einen entspannten Einkauf im Shop oder einen schnellen Kaffee im Bistro völlig aus.
Das System arbeitet im Hintergrund, ohne dass der Kunde eine Parkscheibe auslegen oder ein Ticket ziehen muss. Dies erhöht den Komfort für den echten Kunden massiv, da lästige Pflichten entfallen und das Risiko von Vertragsstrafen durch vergessene Parkscheiben für ehrliche Kunden ausgeschlossen wird. Erst wenn die erlaubte Höchstparkdauer überschritten wird, leitet das System automatisch den Nachverfolgungsprozess ein. Der Betreiber muss sich nicht selbst um die Ahndung kümmern; dies geschieht vollautomatisch im Hintergrund über den Dienstleister. Dadurch bleibt das Tankstellenpersonal entlastet und kann sich voll und ganz auf den Service und den Verkauf konzentrieren.
Kundenzufriedenheit durch Whitelisting-Systeme
Ein entscheidender Vorteil moderner Kennzeichenerkennung ist die Flexibilität durch sogenannte Whitelists (Freigabelisten). Sollte ein Kunde beispielsweise aufgrund eines längeren Aufenthalts im Bistro oder bei einer Autopanne die reguläre Parkzeit überschreiten, kann das Personal das Kennzeichen direkt an der Kasse im System freigeben. Durch diese unkomplizierte Whitelist-Regelung wird der ehrliche Kunde vor einer fälschlichen Vertragsstrafe geschützt, während systematische Falschparker konsequent erfasst werden. Dies stärkt das Vertrauen der Kunden und sorgt für ein positives Einkaufserlebnis, während gleichzeitig die Parkordnung gewahrt bleibt.
Waschstraße und Ladesäulen: Parkplatz überwachen und blockieren verhindern
Neben den Zapfsäulen und dem Shop-Bereich verfügen moderne Tankstellen zunehmend über Waschanlagen und hochmoderne E-Ladestationen. Beide Bereiche stellen hohe Investitionen dar und müssen für eine Amortisation eine kontinuierliche Auslastung aufweisen. Blockaden in diesen Zonen führen direkt zu spürbaren Umsatzeinbußen. Wenn beispielsweise Fahrzeuge im Ausfahrtsbereich stehen, weil Fahrer dort auf die manuelle Fahrzeugpflege warten oder das Auto einfach abstellen, lässt sich mit Kameras die Waschstraße Parkplatz überwachen und steuern, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.
Ähnlich verhält es sich an den Elektroladesäulen. Die Blockade von Ladeplätzen – sei es durch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor oder durch Elektrofahrzeuge, die bereits vollständig geladen sind, aber die Säule weiterhin als Parkplatz missbrauchen – ist ein bekanntes Ärgernis in der Elektromobilität. ANPR-Systeme bieten hier eine präzise Überwachungsmethode. Durch die Kopplung der Kennzeichenerfassung mit der tatsächlichen Ladezeit, die über Schnittstellen zum Ladesäulenbetreiber abgeglichen werden kann, lassen sich Standzeiten exakt kontrollieren.
Wird unberechtigt ein Ladeplatz blockiert, erfasst das Kamerasystem diesen Verstoß lückenlos. Gleiches gilt für den Staubereich vor und hinter der Waschstraße. Durch die gezielte Überwachung dieser sensiblen Zonen wird sichergestellt, dass der Verkehrsfluss auf dem gesamten Tankstellengelände dynamisch bleibt. Kunden, die viel Geld für eine Premium-Wäsche oder schnelles Laden bezahlen, erwarten freie Zufahrten. Die automatisierte Überwachung schafft die notwendige Ordnung und schützt die teure Infrastruktur der Tankstelle vor zweckfremder Nutzung.
Optimierung des Verkehrsflusses auf dem Betriebsgelände
Besonders zu Stoßzeiten kann das Verkehrsaufkommen auf einer Tankstelle extrem hoch sein. Wenn sich Warteschlangen vor der Waschstraße mit Fahrzeugen an den Zapfsäulen und parkenden Kunden des Convenience-Shops überschneiden, droht schnell ein Verkehrschaos. Die Implementierung einer intelligenten Kennzeichenerfassung hilft dabei, Engpässe frühzeitig zu erkennen. Da das System die genaue Anzahl der Fahrzeuge auf dem Gelände und deren jeweilige Verweildauer in Echtzeit erfasst, liefert es wertvolle Daten zur Optimierung der Verkehrsführung. Betreiber können so fundierte Entscheidungen über Beschilderungen, Fahrbahnmarkierungen oder die zeitliche Taktung von Dienstleistungen treffen.
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Rechtliche Grundlagen: Vertragsstrafe auf dem Privatgrundstück
Der Betrieb einer Parkraumüberwachung auf privatem Grund basiert in Deutschland auf klaren zivilrechtlichen Regelungen. Eine Tankstelle ist kein öffentlicher Verkehrsraum, sondern ein Privatgrundstück. Mit dem Einfahren auf das Gelände und dem Abstellen des Fahrzeugs schließt der Autofahrer einen sogenannten konkludenten Nutzungsvertrag mit dem Betreiber. Dies erfolgt auf Grundlage von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gemäß § 305 BGB. Voraussetzung dafür ist, dass die Nutzungsbedingungen und die damit verbundenen Regeln gut sichtbar, unmissverständlich und gut lesbar im Einfahrtsbereich und auf dem Gelände ausgeschildert sind.
Sollte ein Fahrzeugführer gegen diese Bedingungen verstoßen – etwa durch das Überschreiten der Höchstparkzeit oder das unberechtigte Abstellen auf gesperrten Flächen –, stellt dies rechtlich eine Besitzstörung dar (verbotene Eigenmacht nach § 858 BGB). Der Betreiber hat in diesem Fall das Recht auf Selbsthilfe gemäß § 859 BGB, was beispielsweise das Abschleppen des Fahrzeugs einschließen kann. In der Praxis hat sich jedoch die Erhebung einer vertraglich vereinbarten Vertragsstrafe (oftmals auch als erhöhtes Parkentgelt bezeichnet) als verhältnismäßigeres und effizienteres Mittel etabliert.
Eine zentrale Hürde in der Vergangenheit war die Frage, wer für den Verstoß haftet, wenn der Fahrzeughalter behauptet, nicht selbst gefahren zu sein. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem wegweisenden Urteil vom 18. Dezember 2019 (Az. XII ZR 13/19) die Rechte von privaten Parkplatzbetreibern maßgeblich gestärkt. Nach dieser Rechtsprechung trifft den Halter eine sogenannte sekundäre Darlegungslast. Bestreitet der Halter, das Fahrzeug zum fraglichen Zeitpunkt gefahren zu haben, kann er sich nicht auf ein einfaches Bestreiten zurückziehen. Er muss im zumutbaren Rahmen nachforschen und konkret benennen, wer das Fahrzeug tatsächlich genutzt hat. Tut er dies nicht, haftet er selbst für das erhöhte Parkentgelt.
Zur Durchsetzung dieser zivilrechtlichen Ansprüche ist der Betreiber beziehungsweise der beauftragte Dienstleister berechtigt, eine Halterabfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt oder den örtlichen Zulassungsstellen durchzuführen. Die Rechtsgrundlage hierfür findet sich in § 39 Abs. 1 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Ein berechtigtes Interesse zur Datenübermittlung liegt vor, da die Halterdaten zur Verfolgung von Rechtsansprüchen wegen der unrechtmäßigen Nutzung des Privatgrundstücks benötigt werden. Zudem hat der BGH im Urteil vom 4. Mai 2011 (Az. VIII ZR 171/10) klargestellt, dass an Selbstbedienungstankstellen bereits mit dem Betanken an der Zapfsäule ein verbindlicher Kaufvertrag zustande kommt, was die vertraglichen Beziehungen auf dem Tankstellengelände weiter untermauert.
Angemessenheit der Vertragsstrafe
Die Höhe der erhobenen Vertragsstrafe darf nicht willkürlich festgesetzt werden, sondern muss einer Angemessenheitsprüfung standhalten. In der Praxis und gemäß gängiger Rechtsprechung bewegen sich verhältnismäßige Beträge für Parkverstöße auf privaten Flächen üblicherweise in einer Spanne von 20 bis 50 Euro. Höhere Gebühren oder die sofortige Geltendmachung von überzogenen Inkassogebühren werden von Gerichten häufig als unangemessen abgewiesen. Daher ist es für Tankstellenbetreiber von entscheidender Bedeutung, mit seriösen Dienstleistern zusammenzuarbeiten, die transparente Tarife anwenden und faire Kulanzregelungen im Sinne der Kundenbindung anbieten.
Datenschutz und DSGVO bei der ANPR Tankstelle
Der Einsatz von Kamerasystemen im öffentlichen oder halböffentlichen Raum unterliegt in Deutschland strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben. Bei der Installation eines ANPR-Systems an einer Tankstelle müssen die Vorgaben der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) lückenlos erfüllt sein. Die Erfassung eines Kfz-Kennzeichens stellt die Verarbeitung eines personenbezogenen Datums dar, da über das Kennzeichen eine natürliche Person (der Halter) identifiziert werden kann.
Die rechtliche Grundlage für diese Datenverarbeitung bildet in der Regel Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Demnach ist die Verarbeitung zulässig, wenn sie zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich ist, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte der betroffenen Person überwiegen. Das berechtigte Interesse des Tankstellenbetreibers besteht in der Sicherung seines Eigentums, der Gewährleistung des ordnungsgemäßen Betriebs, dem Schutz vor blockierten Zapfsäulen und Waschstraßen sowie der Durchsetzung von Parkbedingungen und zivilrechtlichen Ansprüchen.
Ein datenschutzkonformes ANPR-System zeichnet keinen kontinuierlichen Videostream auf und führt keine permanente Überwachung durch. Es erfasst ausschließlich Standbilder beim Ein- und Ausfahren in dem Moment, in dem ein Fahrzeug die definierte Grenze überschreitet. Moderne Systeme sind technisch so konfiguriert, dass sie den Fokus streng auf das Nummernschild richten. Fahrzeuginsassen, Gesichter oder das direkte Umfeld werden unkenntlich gemacht oder gar nicht erst erfasst.
Ein weiterer zentraler Aspekt der DSGVO ist das Prinzip der Datenminimierung und Speicherbegrenzung. Die Daten von Fahrzeugen, die sich völlig ordnungsgemäß verhalten haben – also innerhalb der erlaubten Höchstparkdauer das Gelände wieder verlassen –, müssen unverzüglich und vollständig gelöscht werden. In der Regel geschieht dieser Abgleich und die anschließende Löschung vollautomatisch innerhalb weniger Sekunden nach der Ausfahrt. Lediglich bei nachgewiesenen Verstößen dürfen die Daten zur weiteren Rechtsverfolgung und Halterermittlung gespeichert bleiben.
Darüber hinaus besteht eine umfassende Informationspflicht gemäß Art. 13 DSGVO. Tankstellenbetreiber müssen an gut sichtbaren Stellen Informationsschilder anbringen. Diese müssen neben den reinen Parkregeln auch deutliche Hinweise auf die Videoerfassung, den Namen und die Kontaktdaten des datenschutzrechtlich Verantwortlichen, den Zweck der Verarbeitung, die Speicherdauer sowie die Rechte der Betroffenen (wie Auskunftsrecht und Beschwerderecht bei der Aufsichtsbehörde) enthalten.
Kosten und Geschäftsmodelle: Vom Kaufmodell bis zum Full-Service
Für Tankstellenbetreiber, die ihre Stellflächen digital bewirtschaften möchten, stehen auf dem Markt verschiedene wirtschaftliche Modelle zur Auswahl. Jedes Modell bietet spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich der Investitionskosten, des operativen Aufwands und des Risikomanagements. Die Wahl des passenden Modells hängt maßgeblich von den individuellen Standortgegebenheiten und den finanziellen Präferenzen des Betreibers ab.
Beim klassischen Kaufmodell erwirbt der Betreiber die gesamte Hardware – bestehend aus ANPR-Kameras, Steuerungseinheiten und der notwendigen Beschilderung – als Eigentum. Dies erfordert ein anfängliches Investitionsbudget (CAPEX), bietet jedoch langfristig die volle Kontrolle über das System. Zu beachten ist hierbei, dass neben den Anschaffungskosten laufende Gebühren für die Softwarenutzung, die Wartung und den technischen Support anfallen. Zudem muss der Betreiber oder sein Personal die Abwicklung von Parkverstößen, den Kundenservice und eventuelle Einsprüche selbst organisieren oder separat beauftragen.
Alternativ bieten viele Anbieter Miet- oder Leasingmodelle an. Hierbei entfällt die hohe Anfangsinvestition, stattdessen zahlt der Betreiber eine feste monatliche Gebühr für die Bereitstellung der Technik und Software. Wartung und Updates sind in diesen Verträgen häufig bereits enthalten. Das finanzielle Risiko bleibt jedoch kalkulierbar, da die fixen Betriebskosten den monatlichen Einnahmen gegenüberstehen.
Neben klassischen Kauf- und Mietmodellen gibt es auch kostenlose Full-Service-Angebote. Anbieter wie Parketry übernehmen sämtliche Kosten und refinanzieren sich über die Bearbeitung tatsächlicher Parkverstöße. Bei diesem kooperativen Modell entstehen dem Tankstellenbetreiber keinerlei Kosten für Hardware, Installation, laufenden Betrieb oder Instandhaltung. Der Dienstleister stellt die gesamte Infrastruktur zur Verfügung, kümmert sich um die rechtssichere Halterermittlung und übernimmt das gesamte Beschwerdemanagement. Dieses Modell eignet sich besonders für Standorte mit hoher Fremdparker-Frequenz, da es eine sofortige Lösung des Parkplatzproblems ohne finanzielle Hürden ermöglicht. Der Betreiber profitiert unmittelbar von freien Kundenparkplätzen und einem optimierten Verkehrsfluss, während das wirtschaftliche Risiko der Parkraumüberwachung vollständig beim Dienstleister liegt.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie schnell reagiert das ANPR-System bei der Einfahrt?
Moderne ANPR-Kameras arbeiten mit hochpräzisen optischen Sensoren und künstlicher Intelligenz. Die Erfassung des Kennzeichens erfolgt in Echtzeit und dauert in der Regel weniger als eine Sekunde. Das System scannt das Nummernschild direkt beim Überfahren der Grundstücksgrenze, sodass der Verkehrsfluss auf der Tankstelle zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt oder verlangsamt wird.
Können auch ausländische Kennzeichen von der Kamera erfasst werden?
Ja, zeitgemäße Kennzeichenerkennungssysteme sind darauf ausgelegt, internationale Standards zu lesen. Sie erkennen problemlos die Länder- und Ortskennungen von Fahrzeugen aus ganz Europa und darüber hinaus. Dies ist besonders für Tankstellen an Autobahnen, Bundesstraßen oder in Grenzregionen von großer Bedeutung, da hier ein hoher Anteil an internationalem Transitverkehr herrscht.
Was passiert, wenn Kunden unverschuldet zu lange parken?
Für solche Fälle bieten professionelle Systeme flexible Whitelist-Lösungen an. Sollte ein Kunde beispielsweise eine Panne haben oder aufgrund eines sehr beratungsintensiven Einkaufs die Höchstparkdauer überschreiten, kann das Personal das Kennzeichen direkt vor Ort an der Kasse im Dashboard freigeben. Zudem sorgen kulante Prüfprozesse vor dem Versand von Zahlungsaufforderungen dafür, dass ehrliche Kunden geschützt bleiben.
Sind Schranken an Tankstellen nicht sicherer als Kameras?
Schrankenanlagen bieten zwar ein physisches Hindernis, sind für den Betrieb einer Tankstelle jedoch ungeeignet. Sie behindern den schnellen Verkehrsfluss, führen zu Rückstaus auf öffentliche Straßen und bergen ein hohes Risiko für teure Beschädigungen durch rangierende Fahrzeuge oder Lkw. ANPR-Systeme arbeiten schrankenlos, wartungsfrei und ermöglichen eine flüssige, berührungsfreie Zufahrt zu jeder Zeit.
Werden auch Motorräder von der Kennzeichenerfassung registriert?
Da Motorräder in Deutschland und den meisten europäischen Ländern nur am Heck ein Kennzeichen führen, können sie von klassischen Ein- und Ausfahrtskameras, die frontal ausgerichtet sind, oft nicht erfasst werden. Je nach Anforderung des Standorts können jedoch zusätzliche Kameras so positioniert werden, dass sie auch Heckkennzeichen zuverlässig scannen, um Motorräder lückenlos in die Parkraumüberwachung einzubeziehen.
Kann ein Tankstellenbetreiber das System temporär abschalten?
Ja, über das cloudbasierte Software-Dashboard hat der Betreiber jederzeit die volle Kontrolle über das System. Bestimmte Überwachungszeiten können flexibel konfiguriert werden. So ist es beispielsweise möglich, die Parkzeitkontrolle während spezieller Events, Umbauarbeiten oder außerhalb der regulären Öffnungszeiten temporär auszusetzen oder die Toleranzzeiten per Klick im System anzupassen, um maximale Flexibilität zu gewährleisten.