Maximale ANPR Erkennungsrate: Faktoren für hohe Genauigkeit bei der Kennzeichenerkennung

Die Automatisierung der Parkraumbewirtschaftung ist im Jahr 2026 längst kein Nischenthema mehr, sondern der Standard für effiziente Parkflächenverwaltung in Deutschland. Im Zentrum dieser technologischen Revolution steht die automatische Nummernschilderkennung (Automatic Number Plate Recognition, kurz ANPR). Doch so verbreitet die Technologie auch ist, ein Thema sorgt bei Betreibern von Parkhäusern, Supermarktparkplätzen und Logistikflächen immer wieder für Diskussionen: die ANPR Erkennungsrate.

Warum öffnet sich die Schranke bei manchen Fahrzeugen sofort, während andere Fahrer zurücksetzen müssen? Warum erhalten manche Kunden fälschlicherweise Zahlungsaufforderungen, obwohl sie die Parkdauer nicht überschritten haben? Die Antwort liegt in der Genauigkeit der Kennzeichenerkennung. Eine hohe Präzision ist nicht nur eine technische Kennzahl, sondern der wirtschaftliche Hebel für Ihren Erfolg. Jedes nicht erkannte Kennzeichen bedeutet manuellen Aufwand, entgangenen Umsatz oder frustrierte Kunden.

In diesem umfassenden Artikel analysieren wir tiefgehend, welche technischen, umweltbedingten und organisatorischen Faktoren die ANPR Fehlerquote beeinflussen und wie Sie Ihr System auf eine Erkennungsrate von über 99 % optimieren können. Wir beleuchten die gesamte Kette – von der Optik der Kamera über die OCR Präzision der Software bis hin zu den spezifischen Herausforderungen deutscher Kennzeichen.

Grundlagen der ANPR Erkennungsrate: Wie funktioniert die Technik wirklich?

Um zu verstehen, wie man die Genauigkeit maximiert, muss man zunächst den technischen Prozess verstehen, der in Millisekunden abläuft, wenn ein Fahrzeug eine Einfahrt passiert. Die ANPR Erkennungsrate ist dabei das Produkt aus mehreren sequenziellen Schritten. Scheitert auch nur ein Glied in dieser Kette, sinkt die Gesamtgenauigkeit des Systems drastisch.

Der vierstufige Prozess der Erkennung

Ein modernes ANPR-System arbeitet in der Regel in vier Phasen, die nahtlos ineinandergreifen:

  1. Bildakquise (Image Capture): Die Kamera muss ein Bild des Fahrzeugs und speziell des Kennzeichens aufnehmen. Hierbei ist entscheidend, dass der Kontrast hoch genug ist, um das Nummernschild vom Rest des Fahrzeugs zu unterscheiden.
  2. Lokalisierung (Plate Localization): Der Algorithmus sucht im aufgenommenen Bild nach rechteckigen Strukturen, die die Proportionen eines Nummernschilds aufweisen. In Deutschland hilft hier das genormte Format der EU-Kennzeichen.
  3. Segmentierung (Character Segmentation): Das System schneidet die einzelnen Zeichen (Buchstaben und Zahlen) digital aus. Dieser Schritt ist kritisch, wenn Kennzeichenhalter, Schmutz oder Schrauben in die Zeichen hineinragen.
  4. Zeichenerkennung (Optical Character Recognition – OCR): Hier kommt die eigentliche OCR Präzision ins Spiel. Die Software übersetzt die Pixelmuster in ASCII-Text. Moderne Systeme nutzen hierfür neuronale Netze und KI, um auch deformierte oder teilweise verdeckte Zeichen zu interpretieren.

Der Unterschied zwischen Erfassungsrate und Leserate

In der Fachdiskussion werden oft zwei Begriffe vermischt, die jedoch unterschiedliche Probleme beschreiben:

  • Erfassungsrate (Capture Rate): Dies beschreibt den Prozentsatz der Fahrzeuge, die überhaupt vom System bemerkt wurden. Eine niedrige Erfassungsrate deutet meist auf Probleme mit Induktionsschleifen, Triggern oder der Kamerapositionierung hin.
  • Leserate (Read Rate): Dies ist die eigentliche Genauigkeit der Kennzeichenerkennung. Von den erfassten Bildern – wie viele konnten korrekt in Text umgewandelt werden? Wenn Branchenexperten von “99 % Genauigkeit” sprechen, meinen sie meist diesen Wert.

Für Betreiber ist am Ende die “System-to-End”-Rate entscheidend: Wie viele aller einfahrenden Fahrzeuge werden korrekt im Backend verbucht? Selbst eine ANPR Fehlerquote von nur 1 % kann bei einem hochfrequentierten Parkhaus mit 2.000 Bewegungen am Tag bedeuten, dass 20 Fälle manuell bearbeitet werden müssen. Auf das Jahr gerechnet sind das über 7.000 Störfälle, die Personal binden und Kosten verursachen.

Hardware-Faktoren: Kamera, Licht und Positionierung als Basis

Die beste Software kann ein schlechtes Ausgangsbild nicht vollständig retten. Die physische Hardware bildet das Fundament für eine hohe ANPR Erkennungsrate. Wer hier spart, zahlt später durch hohen administrativen Aufwand drauf. In Deutschland, wo Wetterbedingungen stark variieren, sind die Anforderungen an die Hardware besonders hoch.

Die Bedeutung des Verschlusses (Shutter)

Bei bewegten Objekten ist Bewegungsunschärfe der größte Feind der OCR Präzision. Günstige Überwachungskameras nutzen oft einen sogenannten “Rolling Shutter”, der das Bild zeilenweise belichtet. Bei einem fahrenden Auto führt dies zu Verzerrungen (dem sogenannten Jello-Effekt), die das Kennzeichen unlesbar machen.

Für professionelles Parkraummanagement sind Kameras mit “Global Shutter” unverzichtbar. Diese belichten alle Pixel des Sensors gleichzeitig. Selbst bei Geschwindigkeiten von 30 bis 50 km/h friert ein Global Shutter das Kennzeichen gestochen scharf ein. Investitionen in spezialisierte ANPR-Kameras statt modifizierter CCTV-Kameras zahlen sich durch eine signifikant geringere ANPR Fehlerquote aus.

Infrarot vs. Weißlicht

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Beleuchtung. Das menschliche Auge benötigt Licht im sichtbaren Spektrum, doch für die Genauigkeit der Kennzeichenerkennung ist Infrarotlicht (IR) oft überlegen.

  • Retroreflexion: Deutsche Kennzeichen sind mit einer retroreflektierenden Folie beschichtet. IR-Strahler nutzen diesen Effekt optimal. Das Kennzeichen “leuchtet” im Kamerabild hell auf, während Scheinwerfer des Fahrzeugs oder Straßenlaternen ausgeblendet werden können.
  • Vermeidung von Blendung: Weißlicht kann Fahrer blenden und irritieren. IR-Licht (meist im Bereich von 850nm) ist für das menschliche Auge kaum sichtbar (nur als schwaches rotes Glimmen), liefert dem Sensor aber ein perfektes Schwarz-Weiß-Bild mit extrem hohem Kontrast.

Geometrie und Montagewinkel

Selbst die teuerste Kamera liefert schlechte Ergebnisse, wenn sie falsch montiert ist. Die Geometrie der Erfassung folgt physikalischen Gesetzen, die nicht ignoriert werden können:

  • Horizontaler Winkel: Die Kamera sollte nicht mehr als 30 Grad seitlich zur Fahrtrichtung versetzt sein. Wird der Winkel zu steil, verzerren sich die Buchstaben perspektivisch so stark, dass ein “D” wie ein “O” oder eine “8” wie ein “B” aussehen kann.
  • Vertikaler Winkel: Auch hier gilt die 30-Grad-Regel. Eine zu hohe Montageposition führt dazu, dass das Kennzeichen von der Stoßstange oder (bei LKW) vom Führerhaus verdeckt wird. Eine zu tiefe Montage erhöht das Risiko der Verschmutzung durch Spritzwasser.
  • Pixel per Plate (PPP): Für eine zuverlässige OCR Präzision muss das Kennzeichen im digitalen Bild eine gewisse Breite in Pixeln einnehmen. In der Regel werden mindestens 100-120 Pixel Breite für das Nummernschild empfohlen. Ist die Kamera zu weit entfernt oder das Objektiv hat eine zu geringe Brennweite, reicht die Auflösung für eine saubere Trennung der Buchstaben nicht aus.

Software und KI: Der Einfluss von OCR Präzision und Algorithmen

Während die Hardware das Auge ist, bildet die Software das Gehirn des Systems. In den letzten Jahren hat sich hier ein massiver Wandel vollzogen. Frühere Systeme basierten auf “Pattern Matching” (Mustervergleich), das starr Pixelgruppen mit hinterlegten Schablonen verglich. Heute dominiert Künstliche Intelligenz (KI) den Markt und hebt die ANPR Erkennungsrate auf ein neues Niveau.

Deep Learning vs. klassische Algorithmen

Moderne ANPR-Engines nutzen Deep Learning und neuronale Netze. Diese Systeme werden mit Millionen von Bildern trainiert – nicht nur mit perfekten Studioaufnahmen, sondern mit Bildern aus der realen Welt: verrauscht, dunkel, schräg aufgenommen.

Der Vorteil dieser KI-basierten Ansätze liegt in ihrer Abstraktionsfähigkeit. Ein klassischer Algorithmus scheitert oft, wenn eine Schraube genau im schwarzen Balken eines “H” sitzt und dieses wie zwei “I” aussehen lässt. Eine KI erkennt den Kontext (“Das ist ein Kennzeichen, und an dieser Stelle ist ein H logischer als zwei I”) und korrigiert den Fehler selbstständig. Dies reduziert die ANPR Fehlerquote bei beschädigten oder verschmutzten Schildern erheblich.

Syntax-Logik und Länderspezifika

Eine hohe Genauigkeit der Kennzeichenerkennung wird auch durch logische Prüfroutinen erreicht, die speziell auf den deutschen Markt angepasst sind. Die Software weiß, wie ein deutsches Kennzeichen aufgebaut ist:

  • Unterscheidungszeichen: 1 bis 3 Buchstaben für den Landkreis (z.B. M, HH, BAD).
  • Erkennungsnummer: 1 oder 2 Buchstaben und bis zu 4 Ziffern.
  • Schriftart: Die in Deutschland verwendete “FE-Schrift” (fälschungserschwerende Schrift) ist so designt, dass sich ähnliche Buchstaben (wie P und R, oder E und F) deutlich unterscheiden. Gute OCR-Software ist exakt auf diese Typografie trainiert.

Ein intelligentes System erkennt, dass “MÜN-CH3N” kein gültiges Kennzeichen sein kann, und korrigiert Fehlinterpretationen basierend auf der Syntax-Datenbank. Auch die korrekte Erkennung von Umlauten (Ä, Ö, Ü), die international oft Probleme bereiten, ist bei spezialisierten Anbietern für den DACH-Raum standardmäßig integriert.

Confidence Score (Vertrauenswert)

Kein System ist sich immer zu 100 % sicher. Professionelle Software liefert zu jedem Leseergebnis einen sogenannten “Confidence Score” (z.B. 98,5 %). Betreiber können Schwellenwerte festlegen:
* Über 95 %: Schranke öffnet automatisch.
* 80-95 %: Abgleich mit Datenbank (z.B. Whitelist für Dauerparker) – passt das Fragment, wird geöffnet.
* Unter 80 %: Manuelle Überprüfung oder Aufforderung an den Fahrer, das Ticket per NFC/Barcode zu nutzen.

Diese differenzierte Steuerung verhindert, dass falsche Kennzeichen ins System gelangen, und ist ein wesentliches Werkzeug zur Qualitätssicherung.

Umweltfaktoren und externe Störquellen

Die Laborbedingungen der Hersteller weichen oft von der Realität auf einem deutschen Außenparkplatz ab. Externe Faktoren sind die häufigste Ursache für temporäre Einbrüche der ANPR Erkennungsrate. Wer diese Einflüsse kennt, kann baulich oder organisatorisch gegensteuern.

Witterungseinflüsse: Der Feind der Optik

  • Regen und nasse Fahrbahn: Nasser Asphalt spiegelt Scheinwerferlicht und Infrarotstrahler. Diese Reflexionen können die Kamera blenden (“Blooming”). Polarisationsfilter vor den Linsen können hier Abhilfe schaffen.
  • Schnee und Nebel: Dichter Schneefall wirkt wie ein Vorhang vor der Kamera. Nebel streut das IR-Licht, was den Kontrast mindert. In Regionen mit häufigem Nebel (z.B. Flusstäler) müssen Kameras näher am Erfassungspunkt montiert werden, um die Luftstrecke zu minimieren.
  • Tiefstehende Sonne: Besonders im Frühjahr und Herbst kann die tiefstehende Sonne direkt in das Objektiv scheinen und den Sensor sättigen. Kameras mit WDR (Wide Dynamic Range) von 120dB oder mehr sind hier Pflicht, um gleichzeitig sehr helle und sehr dunkle Bildbereiche verarbeiten zu können.

Verschmutzung und Verdeckung

Ein Faktor, den die Technik kaum beeinflussen kann, ist der Zustand des Kennzeichens selbst.
* Verschmutzung: Im Winter bildet sich oft eine Kruste aus Salz und Straßenschmutz auf dem Kennzeichen. Wenn der Kontrast zwischen schwarzer Schrift und weißem Grund verschwindet, sinkt die OCR Präzision.
* Anhängerkupplungen und Fahrradträger: Diese verdecken oft Teile des Kennzeichens. Intelligente Systeme versuchen, Fragmente zu lesen oder nutzen (falls vorhanden) eine Heckkamera als Backup zur Frontkamera.
* Dichtes Auffahren (Tailgating): Wenn ein Fahrzeug sehr dicht auf das vorherige auffährt, kann der Winkel für die Kamera zu steil werden oder das Kennzeichen wird verdeckt. Hier helfen Bodenschwellen, um die Fahrzeuge zu vereinzeln und zu verlangsamen.

Interessiert an ANPR-Lösungen?

Erfahren Sie, wie moderne Kennzeichenerkennung Ihr Parkraummanagement revolutionieren kann.

Mehr erfahren →

Spezifische Herausforderungen auf deutschen Parkflächen

Der deutsche Markt bietet einige Besonderheiten, die internationale Standard-Lösungen oft vor Probleme stellen und die Genauigkeit der Kennzeichenerkennung negativ beeinflussen können, wenn sie nicht berücksichtigt werden.

Sonderkennzeichen und E-Mobilität

Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der E-Kennzeichen (Elektrofahrzeuge) und H-Kennzeichen (Oldtimer) massiv zu. Diese haben am Ende ein zusätzliches “E” oder “H”.
* Problem: Ältere oder schlecht konfigurierte Systeme interpretieren das “E” oft als Teil der Zufallsnummer oder ignorieren es ganz. Dies führt zu Datenbank-Mismatches (Datenbank: M-XY 123E, Kamera liest: M-XY 123).
* Lösung: Die OCR-Engine muss explizit auf die Syntax von E- und H-Kennzeichen konfiguriert sein, um diese Suffixe korrekt zuzuordnen.

Saisonkennzeichen und Kurzzeitkennzeichen

Saisonkennzeichen haben am rechten Rand einen Datumsblock (z.B. 04/10). Dieser Block enthält viele kleine Zahlen, die von der OCR fälschlicherweise als Teil der Kennzeichennummer interpretiert werden können. Hochwertige Algorithmen nutzen eine “Region of Interest”-Logik, um diesen Bereich als irrelevant zu maskieren und sich nur auf die Hauptzeichenfolge zu konzentrieren.

Datenschutz (DSGVO) und Bildqualität

In Deutschland ist Datenschutz ein hohes Gut. Systeme müssen oft so konfiguriert sein, dass sie Insassen verpixeln oder nur das Kennzeichen ausschneiden (“Crop”). Manchmal führt eine aggressive Verpixelung (Blurring) dazu, dass auch Ränder des Kennzeichens unscharf werden. Hier ist eine feine Abstimmung zwischen Datenschutzkonformität und technischer Notwendigkeit erforderlich. Die ANPR Fehlerquote darf nicht unter Datenschutzfiltern leiden – moderne Kameras führen die Verpixelung oft schon hardwareseitig durch, ohne die für die OCR genutzten Rohdaten zu beeinträchtigen.

Maßnahmen zur Optimierung der Genauigkeit der Kennzeichenerkennung

Sie haben ein System installiert, aber die ANPR Erkennungsrate liegt unter den Erwartungen? Oft sind es kleine Justierungen, die große Wirkung zeigen. Hier ist eine Checkliste für Parkraumbetreiber zur Optimierung:

1. Regelmäßige Wartung und Reinigung

Es klingt banal, ist aber die häufigste Fehlerursache: Spinnweben vor der Linse, verschmutzte Schutzgläser oder verstellte Halterungen nach einem Sturm. Ein Wartungsplan, der alle 3 Monate eine physische Reinigung und Neuausrichtung vorsieht, sichert die Investition.

2. Software-Updates und Re-Training

Die Algorithmen der marktführenden Systemanbieter lernen ständig dazu. Ein Update der Firmware oder der OCR-Engine kann die Erkennung von schwierigen Fonts oder neuen Kennzeichentypen (wie E-Scooter-Versicherungskennzeichen) schlagartig verbessern. Fragen Sie Ihren Anbieter aktiv nach Updates für neuronale Netze.

3. Hybride Verifizierung (Human-in-the-Loop)

Für kritische Anwendungen (z.B. VIP-Parking oder Strafverfolgung bei Parkverstößen) empfiehlt sich ein hybrider Ansatz. Bilder mit einem Confidence Score unter 90 % werden an einen menschlichen Operator gesendet, der das Bild in Sekundenschnelle validiert. Dies drückt die Fehlerquote im Endkundenerlebnis auf nahezu Null.

4. Redundante Systeme

Die Installation von zwei Kameras pro Fahrspur (Front- und Heckerkennung) erhöht die Genauigkeit der Kennzeichenerkennung signifikant. Ist das vordere Kennzeichen verschmutzt, ist das hintere oft sauber – oder umgekehrt. Heckkameras erfassen zudem Motorräder, die vorne kein Kennzeichen tragen.

5. Umgebungslicht optimieren

Wenn die IR-Strahler der Kamera nicht ausreichen, installieren Sie externe IR-Scheinwerfer. Achten Sie darauf, dass keine direkten Lichtquellen (Straßenlaternen, Werbedisplays) in die Kamera strahlen.

Wirtschaftliche Auswirkungen einer hohen ANPR Fehlerquote

Warum lohnt sich der Aufwand für die letzten zwei Prozentpunkte an Genauigkeit? Die wirtschaftlichen Folgen einer schlechten ANPR Erkennungsrate werden oft unterschätzt.

Direkte Umsatzverluste

In “Free-Flow”-Systemen ohne Schranken basiert die Abrechnung rein auf der Erkennung. Jedes nicht erkannte Fahrzeug ist ein potenzieller “Schwarzparker”, der nicht abgerechnet werden kann. Bei einer Fehlerquote von 5 % und einem Tagesumsatz von 2.000 € verlieren Sie täglich 100 €, also 36.500 € pro Jahr – allein durch technische Unzulänglichkeiten.

Operative Kosten (OpEx)

Jeder Fehler erzeugt Arbeit.
* Support: Kunden rufen an, weil die Schranke nicht öffnet.
* Stornierungen: Falsch ausgestellte Strafzettel müssen manuell storniert werden.
* Reputation: Schlechte Bewertungen im Internet wegen “Abzocke” oder technischem Versagen schrecken Kunden ab.

Rechtssicherheit

Eine hohe OCR Präzision ist auch juristisch relevant. Wenn Sie Parkverstöße verfolgen, müssen die Beweisbilder eindeutig sein. Eine fehlerhafte “6” statt einer “G” führt dazu, dass der falsche Halter angeschrieben wird. Dies verstößt nicht nur gegen die DSGVO, sondern führt zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten und Imageverlust.

Fazit: Präzision ist kein Zufall

Die ANPR Erkennungsrate ist der Puls Ihres Parkraummanagements. Sie wird nicht durch eine einzelne “Wunderwaffe” erreicht, sondern durch das Zusammenspiel von hochwertiger Hardware, KI-gestützter Software und einer sorgfältigen Planung der Umgebungsumstände.

Während 100 % Genauigkeit in einer unkontrollierten Außenumgebung ein theoretisches Ideal bleiben, sind Werte von über 99 % im Jahr 2026 der Benchmark, an dem sich jeder Anbieter messen lassen muss. Betreiber, die hier investieren und die genannten Einflussfaktoren – von der Beleuchtung bis zur Syntax-Logik – optimieren, profitieren von reibungslosen Abläufen, zufriedenen Kunden und maximierten Erträgen. Geben Sie sich nicht mit “gut genug” zufrieden, wenn es um die Genauigkeit der Kennzeichenerkennung geht – der Unterschied liegt im Detail.

Bereit für den nächsten Schritt?

Lassen Sie sich unverbindlich beraten. Unsere Experten analysieren Ihre Situation und zeigen konkrete Lösungswege auf.

Jetzt Beratungstermin anfragen →

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche ANPR Erkennungsrate gilt als Branchenstandard?

In modernen Parkraummanagementsystemen gilt eine Erkennungsrate (Read Rate) von 98 % bis 99 % als Standard für professionelle Anwendungen. Werte unter 95 % gelten als problematisch und führen zu unwirtschaftlich hohem manuellen Nachbearbeitungsaufwand. Spitzenwerte von über 99,5 % werden meist nur unter kontrollierten Bedingungen (z.B. in Parkhäusern mit perfekter Beleuchtung und langsamer Fahrt) oder durch den Einsatz redundanter Kamerasysteme (Front und Heck) erreicht.

Wie beeinflussen verschmutzte Kennzeichen die OCR Präzision?

Verschmutzungen durch Schlamm, Salz oder Schnee reduzieren den Kontrast zwischen den schwarzen Zeichen und dem weißen Hintergrund, was die Binarisierung des Bildes erschwert. Moderne KI-gestützte OCR-Software kann leichte Verschmutzungen oft durch Kontextwissen kompensieren, bei starker Verkrustung stößt jedoch auch die beste Technik an Grenzen. Regelmäßige Reinigungshinweise an Dauerkunden oder eine zusätzliche Heckkamera können hier die Gesamterkennungsrate stabilisieren.

Funktioniert ANPR auch bei Nacht zuverlässig?

Ja, professionelle ANPR-Systeme arbeiten nachts oft sogar zuverlässiger als tagsüber. Sie nutzen Infrarot-Strahler (meist 850nm), die vom retroreflektierenden Kennzeichen stark zurückgeworfen werden. Dies erzeugt ein kontrastreiches Schwarz-Weiß-Bild, das unabhängig von Straßenlaternen oder Dunkelheit ist. Probleme entstehen eher durch Blendung durch entgegenkommende Scheinwerfer, was durch hochwertige Kameras mit hohem Dynamikumfang (WDR) kompensiert wird.

Warum werden E-Kennzeichen oder Oldtimer oft falsch erkannt?

Das Suffix “E” (Elektro) oder “H” (Historisch) am Ende des Kennzeichens wird von älteren Systemen oft als Fehler oder Teil der Zufallsnummer interpretiert, da es außerhalb der Standard-Syntax (Ort-Buchstaben-Zahlen) liegt. Moderne Software muss spezifisch konfiguriert sein, um diese Syntax-Erweiterungen zu erwarten und korrekt als Suffix zu klassifizieren, damit der Abgleich mit der Datenbank (z.B. für Ladeberechtigungen) funktioniert.

Was ist der Unterschied zwischen LPR, ANPR und OCR?

ANPR (Automatic Number Plate Recognition) und LPR (License Plate Recognition) sind Synonyme für das Gesamtsystem der Kennzeichenerkennung. OCR (Optical Character Recognition) bezeichnet hingegen nur den spezifischen Software-Teilschritt, bei dem das Bild pixelweise in lesbaren Text umgewandelt wird. Ein gutes ANPR-System benötigt also zwingend eine leistungsfähige OCR-Komponente, umfasst aber auch Kamera-Hardware, Trigger und Datenbank-Logik.

Kann die DSGVO die Erkennungsrate negativ beeinflussen?

Indirekt ja, wenn Datenschutzmaßnahmen falsch implementiert sind. Wenn Kameras beispielsweise so eingestellt sind, dass sie weite Teile des Bildes unscharf maskieren (Blurring), um Personen unkenntlich zu machen, darf dies nicht das Kennzeichen selbst betreffen. Professionelle Systeme führen die Anonymisierung von Passanten durch, ohne die für die OCR relevante “Region of Interest” (das Kennzeichen) in ihrer Bildqualität zu beeinträchtigen.

Geschäftsführer & CTO bei Parketry GmbH