Vertragsstrafe auf dem Privatparkplatz: Wie ANPR Einnahmen und Ordnung sichert

Die Bewirtschaftung von privaten Parkflächen steht im Jahr 2026 vor technologischen und rechtlichen Herausforderungen. Immobilieneigentümer, Einzelhändler und Klinikbetreiber leiden gleichermaßen unter Fremdparkern, die wertvolle Kapazitäten blockieren. Eine effektive Lösung bietet die digitale Überwachung mittels automatischer Nummernschilderkennung (ANPR). Doch wie hoch darf eine Vertragsstrafe auf einem Privatparkplatz ausfallen, und welche ANPR Einnahmen lassen sich realistisch erzielen, um die Systemkosten zu decken? In diesem Leitfaden erfahren Sie alles über die rechtssichere Durchsetzung von Parkentgelten, die technische Umsetzung und wirtschaftliche Modelle, die von klassischen Investitionsmodellen bis hin zu kostenfreien Full-Service-Lösungen reichen. Wir beleuchten die aktuelle Rechtsprechung und zeigen auf, wie moderne Parkraumbewirtschafter für Ordnung sorgen, ohne die Kundenbindung durch unfaire Praktiken zu gefährden.
Rechtslage und Grundlagen: Die Vertragsstrafe auf dem Privatparkplatz
Die rechtliche Basis für die Erhebung einer Vertragsstrafe auf einem Privatparkplatz unterscheidet sich grundlegend von Bußgeldern im öffentlichen Raum. Während die Polizei oder das Ordnungsamt Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) ahnden, basiert die Überwachung privater Flächen auf dem Zivilrecht. Sobald ein Fahrzeugführer auf eine entsprechend beschilderte Privatfläche einfährt, kommt ein Nutzungsvertrag zustande. Dieser Vertrag beinhaltet die Akzeptanz der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die gut sichtbar auf Hinweisschildern platziert sein müssen.
Branchenexperten betonen, dass die Wirksamkeit dieses Vertrages von der Deutlichkeit der Beschilderung abhängt. Der Nutzer muss bereits bei der Einfahrt erkennen können, welche Regeln gelten und welche Konsequenzen bei einem Verstoß drohen. Eine typische Vertragsstrafe auf einem Privatparkplatz bewegt sich im Jahr 2026 in einem Rahmen von 30 bis 45 Euro. Diese Höhe wird von der höchstrichterlichen Rechtsprechung als angemessen betrachtet, sofern sie nicht eklatant über den Sätzen des bundeseinheitlichen Tatbestandskatalogs für den öffentlichen Raum liegt. In der Praxis wird oft das Doppelte der kommunalen Verwarnungsgelder als Orientierungspunkt herangezogen.
Ein entscheidender Punkt ist die sogenannte Halterhaftung, die im Zivilrecht komplexer ist als im Verkehrsrecht. Da der Vertrag mit dem Fahrer geschlossen wird, muss bei einem Verstoß zunächst der Fahrer ermittelt werden. Kann der Halter den Fahrer nicht benennen oder macht er unplausible Angaben, greifen spezialisierte Prozesse der Parkraumbewirtschafter. Durch die Abfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erhalten die Betreiber die Halterdaten, um die Forderung zuzustellen. Professionelle Systeme dokumentieren den Verstoß lückenlos, was die Beweislast im Falle eines Rechtsstreits erheblich erleichtert.
Die Rolle der Beschilderung für die Rechtssicherheit
Damit eine Falschparker Gebühr rechtlich Bestand hat, muss die Beschilderung bestimmten Kriterien entsprechen. Dies umfasst nicht nur die Lesbarkeit bei Dunkelheit, sondern auch die klare Definition der Parkberechtigung (z. B. “Nur für Kunden mit Parkscheibe” oder “Höchstparkdauer 90 Minuten”). In modernen ANPR-Systemen wird oft auf die Parkscheibe verzichtet, da die Kameras die genaue Aufenthaltsdauer erfassen. Hier muss das Schild explizit darauf hinweisen, dass die Erfassung der Kennzeichen zum Zwecke der Parkraumkontrolle erfolgt.
Angemessenheit der Forderungshöhe
Eine überhöhte Vertragsstrafe auf einem Privatparkplatz kann zur Unwirksamkeit der gesamten Klausel führen. Wenn ein Betreiber beispielsweise 100 Euro für ein kurzes Überschreiten der Parkzeit verlangt, wird dies vor Gericht meist als unverhältnismäßig eingestuft. Etablierte Branchenanbieter halten sich strikt an die aktuellen Empfehlungen und Gerichtsurteile, um die Einbringlichkeit der Forderungen zu sichern. Neben der reinen Strafe dürfen zudem Bearbeitungsgebühren und Kosten für die Halterermittlung geltend gemacht werden, sofern diese tatsächlich angefallen sind.
ANPR-Technologie als Basis für faire Parkraumüberwachung
Die Abkürzung ANPR steht für Automatic Number Plate Recognition. Diese Technologie hat die manuelle Parkraumkontrolle durch Personal vor Ort nahezu vollständig abgelöst. Das System arbeitet mit hochauflösenden Kameras, die bei der Einfahrt und Ausfahrt das Kennzeichen des Fahrzeugs erfassen. Ein intelligenter Algorithmus berechnet aus den Zeitstempeln beider Ereignisse die exakte Parkdauer. Liegt diese innerhalb der erlaubten Zeit, werden die Daten unmittelbar und datenschutzkonform gelöscht.
Der Vorteil gegenüber dem klassischen Strafzettel privat liegt in der Objektivität. Es gibt keine Diskussionen über abgelaufene Parkscheiben, die hinter der Windschutzscheibe verrutscht sind, oder über schlecht lesbare Parkscheine. Die ANPR-Überwachung arbeitet rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, und ist unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen. Für den Flächeneigentümer bedeutet dies eine lückenlose Kontrolle ohne den Einsatz von teurem Sicherheitspersonal.
Datenschutzrechtlich sind moderne ANPR-Systeme im Jahr 2026 vollumfänglich optimiert. Die Verarbeitung erfolgt gemäß der DSGVO auf Basis eines berechtigten Interesses des Eigentümers zum Schutz seines Eigentums. Wichtig ist hierbei, dass keine Videoaufzeichnung des gesamten Parkplatzes stattfindet, sondern lediglich Standbilder der Kennzeichen angefertigt werden. Führende Systemanbieter nutzen deutsche Server und verschlüsselte Übertragungswege, um die Integrität der Daten zu gewährleisten. Unbeteiligte Dritte oder Passanten werden durch automatische Verpixelungs-Algorithmen unkenntlich gemacht.
Technische Voraussetzungen für ANPR
Um ein solches System zu betreiben, sind die baulichen Anforderungen minimal. In der Regel genügen ein stabiler 230V-Stromanschluss und eine zuverlässige Internetverbindung an den Ein- und Ausfahrtspunkten. Die Kameras werden an Masten oder bestehenden Gebäudestrukturen montiert. Durch die Funkverbindung oder LAN-Anbindung werden die Daten in Echtzeit an ein Cloud-Dashboard übertragen, auf dem der Eigentümer jederzeit die aktuelle Auslastung seiner Fläche einsehen kann.
Vermeidung von Fehlern durch intelligente Software
Moderne Softwarelösungen sind in der Lage, Lesefehler durch Schmutz oder ungünstige Lichtverhältnisse zu minimieren. Durch den Abgleich mit Datenbanken und die Verwendung von Infrarot-Technologie erreichen aktuelle Systeme Erkennungsraten von über 99 Prozent. Dies reduziert die Anzahl unberechtigter Forderungen und steigert die Akzeptanz bei den Nutzern. Zudem können Sonderregelungen wie Lieferanten-Whitelists oder Kulanzzeiten von wenigen Minuten (z. B. für “Kiss & Ride” oder Paketboten) einfach im System hinterlegt werden.
Wirtschaftlichkeit und ANPR Einnahmen für Eigentümer
Die Frage nach der Rentabilität ist für Grundstückseigentümer zentral. Hierbei muss zwischen zwei Arten von Erträgen unterschieden werden: den direkten ANPR Einnahmen aus Vertragsstrafen und den indirekten wirtschaftlichen Vorteilen durch freie Parkkapazitäten. Für einen Supermarktbetreiber ist der indirekte Nutzen oft höher, da jeder durch einen Dauerparker blockierte Stellplatz einen potenziellen Kundenumsatz verhindert. Branchenanalysen zeigen, dass eine konsequente Überwachung die Verfügbarkeit von Stellplätzen um bis zu 30 Prozent steigern kann.
Die direkten ANPR Einnahmen resultieren aus der Bearbeitung der Parkverstöße. Je nach Vertragsmodell mit dem Bewirtschafter fließen diese Einnahmen entweder dem Eigentümer zu, um die Systemkosten zu decken, oder sie verbleiben beim Dienstleister, der im Gegenzug die Hardware und den Betrieb kostenlos zur Verfügung stellt. Bei einem durchschnittlichen Verstoßentgelt von 35 Euro und einer moderaten Falschparkerquote kann ein Parkplatz mit 50 Stellplätzen bereits signifikante Deckungsbeiträge generieren.
Es ist jedoch wichtig, die ANPR Einnahmen nicht als primäres Geschäftsmodell zu betrachten. Das Ziel einer seriösen Bewirtschaftung ist die Verhaltenssteuerung der Parker. Eine hohe Anzahl an Strafzetteln privat deutet oft auf eine unzureichende Kommunikation der Regeln hin. Langfristig stabilisiert sich die Quote der Verstöße auf einem niedrigen Niveau, was für eine funktionierende Parkraumordnung spricht. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich dann aus der Kombination von effizienter Flächennutzung und geringen administrativen Kosten durch die Automatisierung.
Kalkulationsbeispiel für die Bewirtschaftung
Stellen Sie sich einen Parkplatz in einer Innenstadtlage vor. Bei 100 Stellplätzen und einer täglichen Fluktuation von 500 Fahrzeugen führen bereits zwei Prozent Falschparker zu zehn Verstößen pro Tag. Bei einer Falschparker Gebühr von 35 Euro entspräche dies einem Bruttoumsatz von 350 Euro täglich. Hiervon müssen jedoch die Kosten für die Halterabfrage, den Postversand, das Forderungsmanagement und die Systemwartung abgezogen werden. Professionelle Anbieter übernehmen dieses Risiko und garantieren eine rechtssichere Abwicklung.
Wertsteigerung der Immobilie
Eine geordnete Parkfläche wertet die gesamte Immobilie auf. Mieter in Gewerbeobjekten legen großen Wert darauf, dass ihre Kunden und Mitarbeiter zuverlässig Parkplätze finden. Ein digitales Managementsystem mit ANPR bietet hier einen messbaren Mehrwert gegenüber unbewirtschafteten Flächen, auf denen Chaos herrscht. Diese Strukturierung lässt sich oft in höheren Mietpreisen oder einer besseren Mieterbindung widerspiegeln, was die indirekten ANPR Einnahmen weiter steigert.
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Kostenmodelle im Vergleich: Kauf, Miete oder Full-Service
Bei der Entscheidung für ein ANPR-System stehen Eigentümer vor verschiedenen Finanzierungsoptionen. Klassische Modelle basieren auf dem Kauf der Hardware. Hierbei trägt der Eigentümer die Investitionskosten (CAPEX) für Kameras, Server und Installation, die je nach Größe der Fläche zwischen 10.000 und 30.000 Euro liegen können. Zusätzlich fallen monatliche Gebühren für die Softwarelizenz und die Wartung an. Der Vorteil ist die volle Kontrolle über alle Einnahmen, das Risiko liegt jedoch beim Eigentümer, falls die Anzahl der Verstöße gering ist.
Mietmodelle reduzieren die Anfangsinvestition, belasten aber die monatliche Liquidität durch fixe Raten (OPEX). In beiden Fällen muss sich der Eigentümer meist selbst um das Mahnwesen und die rechtliche Durchsetzung der Vertragsstrafe auf dem Privatparkplatz kümmern oder einen separaten Dienstleister beauftragen. Dies führt oft zu einem hohen administrativen Aufwand und potenziellen rechtlichen Fallstricken.
Neben diesen klassischen Modellen haben sich am deutschen Markt innovative Full-Service-Angebote etabliert. Ein markantes Beispiel ist das Modell von Anbietern wie Parketry. Hier entstehen für den Grundstückseigentümer keinerlei Kosten für Hardware, Installation, Betrieb oder Wartung. Das System wird komplett kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Refinanzierung erfolgt ausschließlich über die Bearbeitung der tatsächlich anfallenden Parkverstöße.
Dieses Modell ist besonders attraktiv für Eigentümer, die kein Budget für Parkraumtechnik bereitstellen möchten, aber dennoch Ordnung auf ihrer Fläche benötigen. Die Voraussetzungen sind minimal: Ein einfacher 230V-Stromanschluss und eine Internetverbindung genügen. Der Dienstleister übernimmt das gesamte Risiko, von der Beschilderung über die DSGVO-konforme Datenverarbeitung bis hin zum Kundensupport bei Rückfragen zu einem Strafzettel privat. Ein digitales Dashboard ermöglicht dem Eigentümer dennoch volle Transparenz über die Vorgänge auf seinem Grundstück.
Vorteile des Full-Service-Modells
Der größte Vorteil liegt in der Risikoauslagerung. Da sich der Anbieter über die Falschparker Gebühr refinanziert, hat er ein Eigeninteresse an einem perfekt funktionierenden System. Gleichzeitig schützt ein Fairness-Prinzip den Eigentümer vor Imageverlusten. Seriöse Anbieter wie Parketry setzen auf Kulanzregelungen und Whitelists, um sicherzustellen, dass echte Kunden oder berechtigte Nutzer niemals fälschlicherweise belangt werden. Dies schafft eine Win-Win-Situation: Der Parkplatz ist frei für Berechtigte, und der Eigentümer hat keinen finanziellen oder zeitlichen Aufwand.
Flexibilität und Skalierbarkeit
Full-Service-Modelle sind oft flexibler in der Vertragslaufzeit und lassen sich schneller implementieren als komplexe Kaufprojekte. Da der Anbieter standardisierte Prozesse nutzt, kann die Inbetriebnahme oft innerhalb weniger Wochen erfolgen. Dies ist ideal für Bestandsimmobilien, bei denen eine schnelle Lösung für ein akutes Parkproblem gesucht wird, ohne langwierige Investitionsfreigaben durchlaufen zu müssen.
Herausforderungen bei der Durchsetzung von Falschparker Gebühren
Die Durchsetzung einer Vertragsstrafe auf einem Privatparkplatz ist ein sensibler Prozess, der juristische Präzision erfordert. Eine der größten Hürden ist die Identifikation des Fahrers. Da im Zivilrecht keine generelle Halterhaftung für Parkverstöße existiert, wie man sie aus dem öffentlichen Recht kennt, muss der Halter im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht zur Aufklärung beitragen. Die Rechtsprechung hat hier in den letzten Jahren klare Leitlinien entwickelt: Bestreitet der Halter, gefahren zu sein, muss er die Person benennen, die das Fahrzeug zum fraglichen Zeitpunkt genutzt hat.
Ein weiteres Hindernis sind unberechtigte Einsprüche. Viele Autofahrer reagieren emotional, wenn sie einen Strafzettel privat erhalten. Hier ist ein professionelles Beschwerdemanagement essenziell. Moderne Bewirtschafter setzen auf digitale Portale, in denen Betroffene ihren Verstoß einsehen, Beweisfotos betrachten und direkt Einspruch einlegen oder bezahlen können. Dies reduziert die Belastung für den Grundstückseigentümer, da er nicht mehr als Ansprechpartner für verärgerte Parker fungieren muss.
Die Qualität der Beweisführung ist das A und O. ANPR-Systeme liefern hierbei einen unschätzbaren Vorteil. Anstatt eines einfachen Fotos eines Autos mit einem Zettel an der Scheibe liefern sie präzise Ein- und Ausfahrtsprotokolle inklusive hochauflösender Bilder der Kennzeichen. Diese Dokumentation hält auch einer gerichtlichen Prüfung stand. Zudem werden durch den automatisierten Abgleich mit Bezahlsystemen oder Park-Apps Fehlerquellen minimiert, die bei manueller Kontrolle häufig zu rechtlichen Angriffsflächen führen.
Prozess der Halterabfrage beim KBA
Um die Halterdaten zu ermitteln, ist eine automatisierte Schnittstelle zum Kraftfahrt-Bundesamt notwendig. Nur Unternehmen, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können – was bei der Verfolgung von Rechtsansprüchen aus Parkverstößen gegeben ist –, erhalten diesen Zugang. Die Kosten für diese Abfrage fließen in die Gesamtforderung der Falschparker Gebühr ein. Professionelle Dienstleister wickeln tausende dieser Abfragen monatlich ab und verfügen über die notwendige rechtliche Expertise, um auch bei ausländischen Kennzeichen erfolgreich zu intervenieren.
Umgang mit Dauerparkern und Schrottfahrzeugen
Besonders schwierig ist die Situation bei Fahrzeugen, die über Wochen oder Monate Stellplätze blockieren. Hier reicht eine einfache Vertragsstrafe oft nicht aus. In solchen Fällen ermöglicht die ANPR-Dokumentation eine rechtssichere Vorbereitung von Abschleppmaßnahmen als Ultima Ratio. Da das System genau belegen kann, seit wann das Fahrzeug ununterbrochen auf der Fläche steht, ist die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme leichter zu begründen.
Akzeptanz und Fairness: Strafzettel privat professionell managen
Ein häufig geäußerter Kritikpunkt an privater Parkraumüberwachung ist die Befürchtung, Kunden durch “Abzocke” zu verprellen. Dieses Image stammt oft von schwarzen Schafen der Branche, die mit versteckten Schildern und aggressiven Methoden arbeiten. Moderne, technologiegetriebene Anbieter setzen hingegen auf Transparenz und Fairness. Eine gut sichtbare Beschilderung und eine freundliche Kommunikation sind die Basis für eine hohe Akzeptanz.
Das Fairness-Prinzip beinhaltet unter anderem großzügige Karenzzeiten. Wenn ein Kunde nur kurz etwas abholt oder aufgrund einer langen Schlange an der Kasse die Parkzeit um fünf Minuten überschreitet, sollte dies nicht unmittelbar zu einer Vertragsstrafe auf dem Privatparkplatz führen. Intelligente ANPR-Systeme erlauben es, solche Pufferzeiten individuell zu konfigurieren. Zudem ist die Integration von Whitelists entscheidend: Mitarbeiter, Lieferanten oder Dauerparker mit festem Mietvertrag werden im System hinterlegt und automatisch von der Verstoßprüfung ausgeschlossen.
Ein professionelles Forderungsmanagement zeichnet sich dadurch aus, dass es zwischen vorsätzlichen Falschparkern und versehentlichen Fehlern unterscheidet. Wenn ein Kunde nachweisen kann, dass er tatsächlich im Geschäft eingekauft hat (z. B. durch Vorlage des Kassenbons), bieten seriöse Bewirtschafter einfache Stornierungsmöglichkeiten an. Dies schützt den Ruf des Einzelhändlers oder Klinikbetreibers und sorgt dafür, dass die Parkraumkontrolle als das wahrgenommen wird, was sie sein soll: Ein Service zur Sicherung der Erreichbarkeit.
Digitale Whitelists und Besuchermanagement
Für Arztpraxen oder Bürogebäude ist die digitale Whitelist ein wichtiges Werkzeug. Besucher können ihr Kennzeichen an einem Terminal im Empfangsbereich eingeben und sind damit für die Dauer ihres Aufenthalts registriert. Das ANPR-System erkennt dies in Echtzeit und gleicht es mit den Einfahrtsdaten ab. So wird kein Strafzettel privat an berechtigte Gäste versandt, während unberechtigte Langzeitparker zuverlässig identifiziert werden.
Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg
Bevor ein ANPR-System scharf geschaltet wird, empfiehlt sich eine Übergangsphase. Während dieser Zeit können Hinweiszettel an die Fahrzeuge verteilt werden, die über die neue Technik und die künftigen Regeln informieren. Diese proaktive Kommunikation reduziert die Schockwirkung des ersten echten Bescheids und führt dazu, dass sich die Parksituation oft schon vor der ersten tatsächlichen Falschparker Gebühr verbessert. Das Ziel ist nicht die Maximierung der ANPR Einnahmen, sondern die dauerhafte Disziplinierung der Parker zum Vorteil aller Beteiligten.
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Häufig gestelle Fragen (FAQ)
Ist eine Vertragsstrafe auf einem Privatparkplatz rechtlich bindend?
Ja, eine Vertragsstrafe auf einem Privatparkplatz ist rechtlich bindend, sofern sie auf einer wirksamen vertraglichen Grundlage basiert. Durch das Einfahren auf das Gelände akzeptiert der Fahrer die deutlich sichtbar ausgehängten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die Rechtsprechung verlangt jedoch, dass die Schilder gut lesbar und die angedrohten Strafen verhältnismäßig sind. Im Jahr 2026 orientieren sich die Beträge meist am zweifachen Satz der öffentlichen Bußgelder für vergleichbare Parkverstöße.
Wie funktionieren ANPR Einnahmen für Grundstückseigentümer?
ANPR Einnahmen generieren sich primär aus den erhobenen Gebühren für Parkverstöße. Je nach gewähltem Betreibermodell fließen diese Gelder entweder direkt an den Eigentümer zur Deckung seiner Investitionskosten oder sie dienen einem Dienstleister zur Refinanzierung eines kostenlosen Full-Service-Modells. Zusätzlich profitieren Eigentümer indirekt von einer höheren Umschlagshäufigkeit der Parkplätze, was insbesondere im Einzelhandel zu höheren Umsätzen durch eine bessere Kundenfrequenz führt.
Was passiert, wenn ich die Falschparker Gebühr nicht bezahle?
Wird eine berechtigte Falschparker Gebühr ignoriert, leitet der Parkraumbewirtschafter ein zivilrechtliches Mahnverfahren ein. Hierzu erfolgt zunächst eine Halterabfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt, um die Zustelladresse zu ermitteln. Die dabei entstehenden Kosten sowie Mahngebühren werden dem ursprünglichen Betrag aufgeschlagen. Im Extremfall kann die Forderung gerichtlich durchgesetzt werden, was für den Betroffenen deutlich höhere Kosten durch Gerichts- und Anwaltsgebühren zur Folge hat.
Kann ich einen Strafzettel privat anfechten, wenn ich Kunde war?
Ja, bei seriösen Anbietern ist eine Stornierung möglich, wenn Sie nachweisen können, dass Sie zum fraglichen Zeitpunkt berechtigter Nutzer waren. Dies geschieht meist durch das Einreichen eines Kaufbelegs oder eines Terminnachweises über ein Online-Portal des Bewirtschafters. Viele Systeme nutzen zudem Kulanzzeiten, um kurzfristige Überschreitungen gar nicht erst zu ahnden. Ein faires Beschwerdemanagement ist ein Qualitätsmerkmal moderner Parkraum-Dienstleister, um die Kundenzufriedenheit aufrechtzuerhalten.
Wie sicher sind meine Daten bei der ANPR-Überwachung?
Moderne ANPR-Systeme sind streng nach den Vorgaben der DSGVO konzipiert. Es werden keine Videos aufgezeichnet, sondern nur Standbilder der Kennzeichen bei Ein- und Ausfahrt erstellt. Daten von Fahrzeugen, die sich regelkonform verhalten, werden nach dem Verlassen des Parkplatzes unmittelbar und unwiderruflich gelöscht. Nur bei einem Verstoß werden die Daten zur weiteren Bearbeitung gespeichert. Die Speicherung erfolgt in der Regel auf hochsicheren Servern innerhalb Deutschlands mit modernster Verschlüsselungstechnik.
Welche Vorteile bietet ein 0-Euro-Modell gegenüber dem Kauf?
Ein 0-Euro-Modell, wie es beispielsweise Parketry anbietet, eliminiert das finanzielle Risiko für den Eigentümer vollständig. Es fallen keine Kosten für Anschaffung, Installation, Wartung oder das Personal an. Der Dienstleister trägt das unternehmerische Risiko und refinanziert sich über die Verstoßbearbeitung. Dies ist ideal für Eigentümer, die ohne Investitionsbudget für Ordnung sorgen wollen. Im Gegensatz zum Kaufmodell muss sich der Eigentümer hier auch nicht um das rechtlich komplexe Mahnwesen kümmern.